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Wissensstandort Deutschland 2014 : eine Studie des Fraunhofer IPK

Wissensstandort Deutschland 2014 : eine Studie des Fraunhofer IPK

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Im Jahr 2014 hat das Fraunhofer IPK eine Studie unter dem Titel „Wissensstandort Deutschland : Deutsche Unternehmen auf dem Weg in die wissensbasierte Wirtschaft“veröffentlicht. Ziel der Studie war es, den Wissensstandort Deutschland und Entwicklungsstand hin zur wissensbasierten Wirtschaft aus Sicht der dort ansässigen Unternehmen zu bewerten. Es wurden 139 Manager und Entscheider deutscher Unternehmen mit Hilfe des Wissensbilanzschnelltest befragt.

Der Einfluss von Unternehmensressourcen auf den Geschäftserfolg wurde untersucht. Zu den Ressourcen zählen materielle Ressourcen und intellektuelles Kapital. Das intellektuelle Kapital gliedert sich auf in:

  • Humankapital: umfasst alle Eigenschaften und Fähigkeiten, welche die einzelnen Mitarbeiter in die Organisation einbringen.
  • Strukturkapital: enthält alle Strukturen, welche die Mitarbeiter einsetzen, um in ihrer Gesamtheit die Geschäftstätigkeit durchzuführen.
  • Beziehungskapital: umfasst alle Beziehungen zu externen Gruppen und Personen, welche in der Geschäftstätigkeit genutzt werden.

Die Studie geht folgenden Fragen nach:

  • Wie gut managen deutsche Unternehmen ihr Intellektuelles Kapital?
  • Welche immateriellen Ressourcen stehen im Mittelpunkt einer wissensbasierten Unternehmensführung?
  • Wie unterscheiden sich große und kleine, management- und eignergeführte Unternehmen bzw. Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen hinsichtlich ihrer Strategien zur Stärkung der wissensbasierten Wettbewerbsvorteile?

Quelle: Flickr / Ken Teegardin

Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)

Zu den bedeutenden Faktoren, die bei der Befragung identifiziert werden konnten, zählen Fachkompetenz, Kundenbeziehungen, Mitarbeitermotivation, soziale Kompetenz und explizites Wissen. Humankapital ist der wichtigste Faktor für den Geschäftserfolg, weiterhin sind Kundenbeziehungen für alle Befragten sehr wichtig.

Bei Dienstleistungsunternehmen sind im Vergleich zu produzierenden Unternehmen vor allem die Humankapitalfaktoren Mitarbeitermotivation und soziale Kompetenz wichtig. Während Dienstleistungsunternehmen bei ihren externen Beziehungen neben Kundenbeziehungen eher auf Kooperationspartner und Öffentlichkeit fokussieren, setzen Produktionsunternehmen eher auf gute Beziehungen zu Lieferanten. Produktionsunternehmen betrachten materielle Ressourcen als wichtiger als Dienstleistungsunternehmen.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind stärker von einzelnen Mitarbeitern abhängig, aber auch besser aufgestellt. Sie bewerten die Faktoren des Humankapitals wie Führungskompetenz, Mitarbeitermotivation, Fachkompetenz höher und diese sind auch stärker ausgeprägt. KMU haben jedoch Handlungsbedarf im Bereich Führungskompetenz. Da der interne Austausch leichter möglich ist, können auch vermehrt eine Zusammenarbeit und ein Wissensaustausch stattfinden.

Junge Unternehmen (ab 2000 gegründet) sind besser aufstellt im Bereich Human- und Strukturkapital. Für sie haben materielle Ressourcen eine geringere Bedeutung.

Bei eignergeführten Unternehmen wird das intellektuelle Kapital besser bewertet.

Das Fazit der Studie lautet, dass deutsche Unternehmen dem Weg in die wissensbasierte Wirtschaft folgen. Sie haben die Bedeutung des intellektuellen Kapitals erkannt, jedoch besteht noch ein Ungleichgewicht zwischen der erkannten Relevanz und dem Status quo. Daraus resultiert ein Handlungsdruck, beispielsweise haben die Unternehmen Nachholbedarf in der Mitarbeitermotivation, Zusammenarbeit und Wissenstransfer und bei Innovationsfaktoren.

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