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How-To: Google Analytics für Ihre Webseite einrichten

How-To: Google Analytics für Ihre Webseite einrichten

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Aus unseren Gesprächen mit mehr als 300 Unternehmen in den letzten beiden Jahren aus unterschiedlichen Branchen und Größen wissen wir, dass für viele das Thema Web-Analyse keine Rolle spielt. Häufig scheitert es schon daran, dass Unternehmer sich der Möglichkeiten gar nicht bewusst sind und keine Vorstellung davon haben, wie sich ein Analyse-Tool auf der Webseite implementieren lässt. Mit diesem How-To möchte ich Sie an das Thema Web-Analyse heranführen und Ihnen außerdem zeigen, wie Sie ein Konto beim größten Anbieter Google Analytics einrichten. Wer Google nicht nutzen will, kann alternativ auch PIWIK einsetzen (http://piwik.org/
 

Schritt 1: Anmeldung

Im ersten Schritt ist es notwendig, ein Konto bei Google einzurichten. Dazu gehen Sie zuerst auf http://www.google.com/analytics/  
 
Nun erscheint die Startseite von Google-Analytics und Sie haben die Möglichkeit sich entweder anzumelden oder ein neues Konto auf Google zu erstellen:  
Falls Sie noch kein Konto bei Google haben, gehen Sie auf Konto erstellen und führen Sie die E-Mail-Verifikation durch. Falls Sie bereits ein Konto haben, können Sie nach der Anmeldung direkt zu Schritt 3 springen.
 
Hinweis: Beachten Sie, dass Sie nach der Registrierung nun auch andere Dienste von Google nutzen können wie zum Beispiel der Mail-Dienst Gmail, die Videoplattform Youtube oder das regionale Branchenverzeichnis My Business (www.ebusiness-info.de). Google verfolgt hierbei das Konzept, sämtliche Dienste mit nur einem Konto nutzen zu können.
 

Schritt 2: Neues Konto einrichten

Nun müssen Sie nach einer weiteren Anmeldeseite entscheiden ob sie eine Website oder eine Mobile App einrichten wollen. Entscheiden Sie sich für die Website, geben Sie zuerst Ihren Namen ein. Anschließend müssen Sie Angaben zu Ihrer Property eingeben. Dies ist im Folgenden beschrieben: 
 
 
Hinweis: Was ist eine Property?
Google Analytics ist in fünf Ebenen organisiert. Die oberste Ebene ist das (1) Konto, mit dem Sie sich registriert haben und bei Google angemeldet sind. Danach folgt die (2) Property, das nichts weiter ist als Ihre Webseite, Ihre mobile App oder ein Gerät, beispielsweise ein Kassensystem. So verfügt das Konto über mindestens eine Property und kann dementsprechend mehrere Properties enthalten. Darauf folgt die (3) Datenansicht, also die grafische Darstellung der Daten Ihrer Property. Mit ihr beginnt sozusagen die Arbeit mit Analytics, mit deren Hilfe statistische Messwerte angezeigt werden. Auf eine Datenansicht können nachfolgend mehrere (4) Nutzer zugreifen. Sie erhalten vom Kontoinhaber entsprechende (5) Berechtigungen. 
 
 
 
Vorsicht vor Referral-Spams
Ein Problem mit dem Google Analytics zu kämpfen hat, sind die sogenannten Referral Spams (Verweis-Spams). Diese nisten sich in Ihr Google Analytics ein und täuschen angebliche Webseiten-Besuche vor und können so die Statistik verfälschen. Ziel dieser Referral Spams ist, dass Sie auf die dort weitergeleiteten Webshops Käufe tätigen, falls Sie aus Interesse auf eines der Links klicken. Mit dieser unter dem Begriff  Affiliate-Marketing bekannten Methode, erhalten die Betreiber dieser Links mit jedem getätigtem Kauf eine Provision vom Verkäufer.
Ich darf Sie jedoch beruhigen. Gefährlich werden diese Referral-Spams für Sie nicht. Wie Sie Filter legen können um diese Spams zu vermeiden und warum diese immer in einer zweiten Datenansicht gelegt werden sollten, erklären folgende zwei How to´s :
  1. Deutsch: http://www.seomotion.org/de/fake-verweise-google-analytics-entfernen/
  2. Englisch: http://www.ohow.co/what-is-referrer-spam-how-stop-it-guide/
 
Als letzten Schritt müssen Sie bei den Datenfreigabeeinstellungen entsprechende Häkchen entfernen. Dabei möchte ich auf zwei Optionen näher eingehen: Neben den Optionen, Ihre Daten für die Verbesserung von Produkten und Diensten und für den technischen Support freizugeben, gibt es noch die Möglichkeiten, die Daten für das Benchmarking und für den Account-Manager zuzulassen.
  1. Stimmen Sie der Option Benchmarking zu, so werden anonymisierte Daten Ihrer Webseite mit denen anderer verglichen die in Ihrer Branche tätig sind und ein ähnliches Profil aufweisen. Diese Funktion kann Ihnen zeigen, wie Sie in Ihrer Branche und in Ihrem Markt aufgestellt sind und zeigt Ihnen mögliche Verbesserungspotenziale. Umgekehrt funktioniert Benchmarking nur, wenn andere Unternehmen ihre Daten freigeben. Momentan existieren über 1600 Branchen-Kategorien in über 1200 Länder und Regionen.
  2. Stimmen Sie dem Punkt Daten für den Account-Manager zu, so werden Implementierungsstrategien und optimale Kontokonfigurationen nach Anfrage von Google empfohlen.
 

Schritt 3: Tracking-Code einfügen

Haben Sie die Häkchen in den Datenfreigabeeinstellungen nach Ihren Wünschen gesetzt, gehen Sie nun weiter auf Tracking-Code einfügen.
Der nächste Schritt besteht darin den Code in Ihrer Webseite einzubinden. Die einfachste Möglichkeit ist es, den angezeigten JavaScript Text (Code Snippet) zu kopieren, den Sie in Google Analytics nun angezeigt bekommen, und im Quellcode ihrer Webseite einzufügen. Es bestehen mehrere Möglichkeiten den Code Snippet zu platzieren, jedoch ist der ideale Platz hierfür vor dem schließenden </head>:
 
<html>
<head>
<< Idealer Platz für Ihren Tracking Code
</head>
<< Guter Platz für Ihren Tracking Code
…Seiteninhalt…
<<Möglicher Platz für Ihren Tracking-Code
</body>
</html>
 

Schritt 4: Google Analytics Datenschutzkonform einrichten

Bevor Sie nun starten können, ist es sehr wichtig, dass Sie noch einige Änderungen an Ihrem Quellcode vornehmen, damit ihr Tracking (Daten auslesen) auch mit dem Deutschen Datenschutzgesetz konform ist und Sie keine Problem mit dem Gesetz bekommen. So ergeben sich zusätzlich fünf Punkte, die im folgendem beschrieben werden (hierzu gibt die Internetseite www.datenschutzbeauftragter-info hinreichend viele Informationen)
  1. Vertrag unterzeichnen: Sie als Auftraggeber geben Google als Auftragnehmer den Auftrag Tracking zu betreiben. Hierzu ist es laut dem Bundesdatenschutzgesetz (§11) nötig, einen schriftlichen Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufzusetzen. Diesen Vertrag können Sie sich unter folgendem Link runterladen: http://www.google.com/analytics/terms/de.pdf
    Folgen Sie nun den Informationen auf der ersten Seite des Vertrages.
     
  2. IP-Adressen anonymisieren: Das Datenschutzgesetz untersagt es, die vollständige IP-Adresse der Nutzer zu speichern. So wird das letzte Oktett (bei IPv4) und die letzten 80 Bits (bei IPv6) im Speicher auf null gesetzt. So wird beispielsweise die Adresse des End-Nutzer 12.214.31.144 zu 12.214.31.0. Mit dieser Maßnahme ist es nicht mehr möglich, personenbezogene Daten zu ermitteln wie beispielsweise den Nachnamen. (support.google.com)
    Ihren Tracking-Code müssen Sie dafür um den blau markierten Befehl an derselben Stelle erweitern:
    <script>
    (function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
    (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
    m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
    })(window,document,'script','//www.google-analytics.com/analytics.js','ga');

    ga('create', 'UA-XXXXXXX-X', 'website.de');
    ga('set', 'anonymizeIp', true);
    ga('send', 'pageview')
    </script>

    Achten Sie darauf, den Wert „UA-XXXXXXX-X“ durch Ihre Property-ID zu ersetzen. 
     

  3. Widerspruchsrecht: Den Besuchern Ihrer Webseite muss es möglich gemacht werden, dem Tracking zu widersprechen. Dazu muss ein Browser Add-On in ihrer Datenschutzerklärung angeboten werden und zusätzlich müssen Sie die Möglichkeit geben einen Opt-Out Cookie setzen zu können:
     
    (a) Browser Add-On: Das Add-On ist für den Internet Explorer, Firefox, Safari, Opera und Chrome unter folgender Adresse verfügbar: https://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de
     
    Auf dieses Add-On ist in Ihren Datenschutzerklärung hinzuweisen, sodass es den Nutzern möglich gemacht werden kann, dieses zu installieren. (Schritt 4)
    (b) Opt-Out Cookie: Da die Verlinkung des Add-On´s nicht für mobile Browser funktioniert, müssen Sie zusätzlich in Ihrer Datenschutzerklärung einen Link platzieren, der einen Cookie setzt, sobald man auf diesen klickt. Somit wird die Möglichkeit auch für mobile Browser verfügbar. Sie müssen jedoch einige Veränderung an Ihrem Quellcode vornehmen:
    <script>
     
    var gaProperty = 'UA-XXXXXXX-X';
    var disableStr = 'ga-disable-' + gaProperty;
    if (document.cookie.indexOf(disableStr + '=true') > -1) {
      window[disableStr] = true;
    }
    function gaOptout() {
      document.cookie = disableStr + '=true; expires=Thu, 31 Dec 2099 23:59:59 UTC; path=/';
      window[disableStr] = true;
    }
    </script>
    Dieses Script setzen Sie immer vor dem Google Analytics Tracking-Code (Schritt 3)
    Wie immer nicht vergessen den Wert UA-XXXXXXX-X durch Ihre Property-ID zu ersetzen. 
     
  4. Datenschutzerklärung anpassen: Wie bereits im Schritt 3 erwähnt, müssen Sie in Ihrer Datenschutzerklärung darauf hinweisen, dem Tracking zu widersprechen. Im Falle des (a) Add-On´s ergänzen Sie den allgemeinen Teil um den blau hinterlegten Abschnitt. 
     
    Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“). Google Analytics verwendet sog. „Cookies“, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website durch Sie ermöglichen. Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieser Website werden in der Regel an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Im Falle der Aktivierung der IP-Anonymisierung auf dieser Webseite, wird Ihre IP-Adresse von Google jedoch innerhalb von Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zuvor gekürzt. Nur in Ausnahmefällen wird die volle IP-Adresse an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gekürzt. Im Auftrag des Betreibers dieser Website wird Google diese Informationen benutzen, um Ihre Nutzung der Website auszuwerten, um Reports über die Websiteaktivitäten zusammenzustellen und um weitere mit der Websitenutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen gegenüber dem Websitebetreiber zu erbringen. Die im Rahmen von Google Analytics von Ihrem Browser übermittelte IP-Adresse wird nicht mit anderen Daten von Google zusammengeführt. Sie können die Speicherung der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser-Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website vollumfänglich werden nutzen können. Sie können darüber hinaus die Erfassung der durch das Cookie erzeugten und auf Ihre Nutzung der Website bezogenen Daten (inkl. Ihrer IP-Adresse) an Google sowie die Verarbeitung dieser Daten durch Google verhindern, indem sie das unter dem folgenden Link verfügbare Browser-Plugin herunterladen und installieren: <a href="http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de">http://tools.google.com/d....
     
    Damit Ihre Besucher den (b) Opt-Out Cookie setzen können, fügen Sie den folgenden Abschnitt an den obigen Text an: 
    Sie können die Erfassung durch Google Analytics verhindern, indem Sie auf folgenden Link klicken. Es wird ein Opt-Out-Cookie gesetzt, das die zukünftige Erfassung Ihrer Daten beim Besuch dieser Website verhindert: <a href=“javascript:gaOptout()“>Google Analytics deaktivieren</a>
     
  5. Alte Daten löschen
    Verwenden Sie bereits schon Google Analytics aber passen jetzt erst Ihr Google Analytics datenschutzkonform ein, so müssen Sie alle zuvor erhobenen Daten löschen. Der einzige Weg wie Sie das erreichen können ist, das Sie Ihre jetzige Property komplett löschen und eine neue datenschutzkonforme Property erstellen. 
     

    Fazit

    Was zuerst nach einer Menge Arbeit aussieht, stellt sich im Nachhinein mit etwas HTML-Kenntnisse als recht einfache Aufgabe heraus. Falls für Sie die Webseite erstellt wurde, gehen Sie auf Ihren Administrator zu, somit wird die Implementierung noch einfacher für Sie. Sie können sich dann auf die Kernaufgabe von Google Analytics konzentrieren. 
     
    Ich empfehle Ihnen sich mit Google Analytics weiter zu beschäftigen und entsprechende Literatur zu lesen. Sehen sie Google Analytics als geeignetes Controlling-Instrument und als Instrument für Ihr Marketing an. Erarbeiten Sie mit Analytics realistische Ziele und wie diese erreicht werden können. Überwachen sie permanent das Geschehen und lenken Ihr Geschäft mit gezielten Maßnahmen in die gewünschte Richtung.
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