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E-Learning und Web 2.0. Ansätze in der Zementbranche

E-Learning und Web 2.0. Ansätze in der Zementbranche

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Auf nahezu jeder Baustelle werden Beton oder zementhaltige Produkte verbaut. Die deutsche Zementindustrie nimmt dabei eine entscheidende Position in der gesamten Wertschöpfungskette der mineralischen Bauprodukte ein. Die Branche ist geprägt durch eine Mischung aus großen weltweit operierenden Unternehmen und regionalen mittelständischen Unternehmen.

Für den Kernbereich "Zementherstellung" gibt es jedoch keine spezifischen Ausbildungsberufe, sodass alle Mitarbeiter zusätzlich zu ihrer Ausbildung beispielweise als Elektriker oder Mechatroniker "on the job" weitergebildet werden müssen. Der Verein Deutscher Zementwerke e.V. (VDZ) nimmt bei der Weiterbildung eine zentrale Stellung ein. Seit einigen Jahren setzten die Unternehmen der Zementindustrie und der VDZ bei der Qualifizierung von Mitarbeitern neben herkömmlichen Seminaren auch auf E-Learning.

Quelle: Kryptonit at de.wikipedia

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Der eBusiness Lotse Darmstadt-Dieburg spricht mit Ludger Thomas, VDZ gGmbH, in einem Interview über Potentiale und Herausforderungen von E-Learning und Web 2.0. Anwendungen in der Zementindustrie.

Wie beurteilen Sie die Relevanz für E-Learning bei Ihren Mitgliedsunternehmen?

Thomas: Das Thema E-Learning hat sich bei den meisten Unternehmen in der Zementbranche erfolgreich etabliert. Der Schritt in Richtung E-Learning wurde bereits in den 90er Jahren mit gedruckten Lehrgangsunterlagen des VDZ, den sog. "Lehrbriefen", gelegt. Diese wurden damals den Zementwerken noch in gedruckter Form in Aktenordnern und mit Overheadfolien zur Verfügung gestellt. Nach und nach erfolgte eine digitale Aufbereitung. Im Jahr 2008 wurden die Inhalte in eine Online-Plattform überführt. Daraus gingen die VDZ-Onlinekurse hervor, die seit 2010 erfolgreich in der Zementindustrie genutzt werden und mittlerweile auch ins Ausland "exportiert" werden. Dieser Prozess wurde von Seiten der Arbeitgeber und der Gewerkschaften unterstützt. Heute nutzen viele Unternehmen  der Zementbranche die online verfügbaren Weiterbildungsangebote. Es gibt aber nach wie vor auch noch Unternehmen, die Ihre Mitarbeiter mit Hilfe von Präsenzveranstaltungen und gedruckten Unterlagen schulen.

Welche Zielgruppe sprechen Sie mit Ihren Angeboten an? Welche Inhalte sollen konkret vermittelt werden?

Thomas: Unsere E-Learning Kurse richten sich an die gewerblich-technischen Mitarbeiter in der Zementindustrie. Zusätzlich werden die Kurse auch von Jungingenieuren, Auszubildenden, neue Mitarbeitern oder Verwaltungskräften genutzt. Mittels der Kurse wird sehr umfangreiches Wissen in anschaulicher Form vermittelt. Der wesentliche Fokus liegt auf dem für die Zementindustrie spezifischen Wissen, also der Zementproduktionstechnologie und auf den Prozessen in den Zementwerken.

Welche E-Learning Technologien oder Methoden eignen sich Ihrer Ansicht nach besonders gut?

Thomas: Zum einen haben wir im Projekt gute Erfahrungen mit Virtuellen Klassenräumen (Bsp. GoToMeeting) gemacht, bei denen man Telefonkonferenzen und eine Webplattform nutzen kann. Zum anderen haben sich die VDZ-Onlinekurse gemeinsam für angehende Meister und den Produktionssteuerlehrgang in der Praxis etabliert. Der Aufbau der VDZ-Onlinekurse ähnelt einem Lehrbuch, bei dem die Lernenden selbständig in beliebiger Reihenfolge Texte oder interaktive Elemente online durcharbeiten. Dieser Ansatz eignet sich am besten für das umfangreiche zu vermittelnde Wissen. Weiterhin hat sich der Blended Learning Ansatz, d.h. die Kombination aus Präsenzlernen und E-Learning, als sinnvoll erwiesen, denn online erworbene Kenntnisse können in den Präsenzphasen vertieft und diskutiert werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Möchten Sie mehr über erfolgreiches E-Learning in der Zementbranche erfahren?  Hier finden Sie das vollständige Interview mit Ludger Thomas als PDF-Dokument.

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