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Malen und Zahlen Teil 2 - Volker Geyer von "Malerische Wohnideen" gewinnt zwei Drittel seiner Kunden im Social Web

Malen und Zahlen Teil 2 - Volker Geyer von "Malerische Wohnideen" gewinnt zwei Drittel seiner Kunden im Social Web

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Malerische Ideen
 
 
>> Wie sieht es aus mit der Resonanz?
 
<< Am aktivsten bin ich bei Twitter, Facebook und Xing. Bei XING habe ich über die Jahre etwa 4.500 Kontakte generiert. Von unserer 3.500 Fans bei Facebook sind mindestens die Hälfte aus unserer Region, dem Rhein-Main Gebiet.  Ich schalte keine Anzeigen und bin ein überzeugter Gegner von Fan-Kauf. In meiner Berichterstattung lege ich immer wieder Wert auf lokale Aspekte und ich versuche kleine, lokale Netzwerke zu knüpfen. Diese Netzwerke befruchten sich gegenseitig. Natürlich gehört auch dazu, dass man beispielsweise mit den Facebook-Seiten von anderen Unternehmen oder Kunden interagiert. Es ist immer ein Geben und Nehmen. Die Resonanz überträgt sich auch in die Offline-Welt. Wir sind erst seit etwa 7 Jahren in Wiesbaden aktiv. Dank Internet und Social Media kennen uns mittlerweile enorm viele und auch einflussreiche Menschen dort. Das wirkt sich positiv auf unser Geschäft aus.
 
>> Ist das auch ein entscheidender Erfolgsfaktor, dass man Online- und Offline-Welt miteinander verknüpft?
 
<< Unbedingt. Ich weise die Leute im persönlichen Gespräch auch mal auf meinen Blog oder unseren Showroom hin, habe Links bzw. QR-Codes auf meiner Visitenkarte stehen, auch auf unseren Fahrzeugen … eigentlich überall. Für mich fremde Menschen sprechen mich in der Stadt auf meine Internetaktivitäten und unsere Wandgestaltungen an. Das hätte es ohne Social Media so nicht geben können. Die verschiedenen Online-Kanäle sollte man miteinander verbinden. Facebook-Kommentare sind in meinen Blog eingebunden und ich verlinke natürlich von jeder Plattform auf die andere. Es funktioniert nicht, wenn man einfach mal was in’s Netz stellt und darauf hofft, dass etwas passiert.
 
>> Sprechen wir doch mal über den Zeitaufwand…
 
<< Der beträgt  mittlerweile etwa 3 Stunden am Tag. Aber diese Investition lohnt sich. Ich schreibe in der Woche etwa 3-5 Blogbeiträge. Themen muss ich nicht suchen, ich habe mittlerweile einen großen Beitragsfundus, aus dem ich mich bediene. Es kommen mehr Beitragsideen dazu, als ich abarbeiten kann. Schauen muss ich dann nur, dass ich genug Abwechslung in der Reihenfolge der Veröffentlichung habe. Dazu dient der Redaktionsplan. 
 
>> Und im Urlaub?
 
<<Ich bin überzeugter Social-Media-Muffel im Urlaub. Kein Blogbeitrag, kein Posting, kein Tweet. Auch auf die Gefahr hin, dass wir in den verschiedensten Rankings für diese Zeit etwas zurückfallen. Ich kündige vor meinem Urlaub in meinen Social Media Netzwerken die anstehende „Sendepause“ an und die Leute finden das gut.
 
>> Sie haben gerade von Ihren Erfolgen gesprochen. Kann man diesen anhand der Nutzerzahlen deutlich ablesen, lässt der sich in Zahlen übersetzen?
 
<< Wir machen derzeit 67% unseres Umsatzes über das Internet und wir generieren dadurch jährlich etwa 25% Firmenwachstum. Das spricht eine deutliche Sprache, finde ich.
 
>> Was sind denn dabei die erfolgreichsten Kanäle?
 
<< Twitter, XING und Facebook. Über Twitter bekomme ich sehr viele Besucher auf meine Seite, auch viele Interviewanfragen von Experten oder Journalisten. Über XING habe ich die stärkste Umsatzquote, ein Drittel meiner Online-Aufträge kommen über diese Plattform. Über Facebook nimmt der Zuspruch deutlich zu. Am Anfang war es mehr ein Probieren, um den Fuß in der Tür zu haben. Derzeit nehmen die konkreten Kundenanfragen auf Facebook deutlich zu.
 
>> Haben Sie da was geändert oder warum klappt es nun besser?
 
<< Ja, ich kommuniziere auf Facebook etwas kleinteiliger, 2-3 mal am Tag. Ich poste häufiger Fotos, die erzeugen mehr Interaktion als beispielsweise ein reiner Linkpost auf meinen Blog. Fotos erzeugen mehr Stimmung, den Link verstecke ich dann im Text. Viele neue Fans gehen direkt  in die Fotogalerie und schauen sich die Bilder an. In der Fotogalerie bekommt man einen schnellen Überblick darüber, was wir machen. Daraus generieren wir wiederum neue Fans, die mit Ihrem „Gefällt mir“ quasi unseren Facebook-„Newsletter“ abonnieren, nämlich unsere täglichen Postings. Mit der richtigen Strategie kann man hier eine Art Kettenreaktion auslösen.
 
>> Setzen Sie Analyse-Tools ein für Ihre Webseite, beispielsweise Google-Analytics?
 
<< Ja, aber nur im begrenzten Umfang, da der Arbeitsaufwand für komplexe Analysen hoch ist. Ich benutze Google-Analytics, um mir die wichtigsten Daten über meine Webseite zu vergegenwärtigen. Dort sehe ich beispielsweise, welche Seiten und Artikel besonders häufig angeklickt werden. Diese Erkenntnisse arbeite ich dann in meinen Redaktionsplan ein.
 
>> Haben Sie noch ein Budget für andere Werbemaßnahmen, außerhalb des Internets?
 
<< Nein, ich mache alles online. Ich inseriere auch keine Zeitungsanzeigen, muss aber dazu sagen, dass wir durch unsere Social-Media-Aktivitäten sowieso immer wieder in den Zeitungen stehen, weil Journalisten über uns berichten. Ich schreibe außerdem regelmäßig für eine Tageszeitung und für verschiedene Magazine. Die Zukunft gehört aber der Onlinekommunikation, diese kann die Unternehmensziele am besten unterstützen.
 
>> Inwiefern?
 
<< Ich sehe all die Kommunikationskanäle, die es im Internet gibt, als riesengroße Bühne. Wir haben dort die Möglichkeit uns exakt so zu präsentieren, wie wir wollen, dass man uns von außen sieht. Wir haben dort die Chance uns ein Image aufbauen, wie wir es möchten. Wir führen ein Stück auf, dazu gibt es den Redaktionsplan als Drehbuch. Das alles ist für uns eine tolle Chance, die wir einfach beim Schopf gepackt haben, ohne im Vorfeld alles zu 100% und bis zum Ende durchgeplant zu haben. Mein Ziel ist es, uns in den Köpfen unserer Zielgruppenpersonen mit einem positiven Image dauerhaft zu verankern. 
 
>> Deshalb ist Kontinuität und Geduld im Umgang mit Social Media so wichtig.
 
<< Ja, genau. Eine Wohnung gestaltet man ja nicht jeden Tag neu. Aber wenn es dazu kommt, dann sind wir präsent, wir werden gefunden. Im Idealfall drehen wir bereits in den Köpfen unserer Wunschkunden heimlich unsere Runden. Unser Ziel ist es, den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt einzufallen. Das geht nur mit regelmäßiger Präsenz und dafür ist Onlinekommunikation und speziell Social Media bestens geeignet.
 
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