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Lecker Kuchen

Lecker Kuchen

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Kuchen
 
Die Konditorei Hollhorst ist ein echtes Traditionsunternehmen in Frankfurt. Direkt am Römer verkauft die Konditorei Kuchen und Torten und zur Laufkundschaft gesellen sich jede Menge Stammkunden. Online ist das Familienunternehmen mit einer eigenen Webseite, bei Google Places aber auch auf Facebook vertreten. Tradition und Facebook – wie passt das denn zusammen? Wir haben mit Daniel Anderlohr gesprochen, der für die Konditorei backt und postet.
 
>> Herr Anderlohr, die Konditorei Hollhorst ist jetzt seit drei Jahren auf Facebook dabei. Wie zufrieden sind sie mit der Resonanz?
 
<< Wir sind jetzt bei gut über 220 Fans, ich denke, für einen kleinen Familienbetrieb ist das ein gutes Ergebnis. Eine Konditorei an sich hat nicht so die typische „Facebook-Zielgruppe“ wie beispielsweise bekannte Restaurants oder „Party-Locations“ in Frankfurt. Wir sind mit der bisherigen Reichweite recht zufrieden. Facebook ist aus meiner Sicht für eine Handwerkskonditorei nicht das Medium, um Neukunden zu gewinnen.
 
>> Wie sieht es aus mit der Interaktion?
 
<< Die Interaktion ist releativ gering, Kommentare und Likes kommen nur vereinzelt. Das ist aber nicht so schlimm. Konzipiert ist die Facebook-Seite in erster Linie so, dass sie unsere Stammkunden informieren soll. Wir informieren dann beispielsweise vorab über voraussichtliche Saisonzeiten von unseren frischen Produkten, so dass sich unsere „Fans“ schon mal freuen können, um dann gezielt zum Saisonstart, z.B. ganz aktuell des Frankfurter Kranzes, bei uns im Ladengeschäft vorbei schauen. Es ist also in erster Linie ein zusätzlicher Service für unsere Kunden.
 
>> Also ähnlich wie Sie es auf ihrer Webseite bereits tun?
 
<< Vergleichbar ja, deswegen ist der Aufwand relativ gering in der Pflege. Wir setzen Facebook als eine Art ergänzenden Kanal ein. Ziel bei beiden Online-Präsenzen ist wie beschrieben die Information und Pflege der Bestandskunden. Erst im zweiten Schritt wollen wir auch Neu- und Spezialkunden gewinnen. Aber auch für die ist unsere Facebook-Seite interessant, weil sie sich vorab informieren können, beispielsweise darüber wie unsere Hochzeitstorten aussehen.
 
>> Funktioniert das?
 
<< Ja, hier findet die Interaktion dann „offline“ statt. Also die Leute kommen in den Laden und sagen, ich habe auf Facebook die neue Schwedische Apfeltorte gesehen, die möchte ich gerne. Das ist für uns natürlich wichtiger als ein „Like“ auf Facebook.
 
>> Wie machen Sie denn ihren Facebook-Auftritt populär?
 
<< Zum einen haben wir unsere Facebook-Seite ja direkt auf unserer Webseite eingebunden. Ich denke, das ist wichtig, dass man die verschiedenen Online-Präsenzen, die man im Web hat, miteinander verknüpft. Zum anderen versuchen wir aber auch Online- und Offline-Welten zu verbinden. Zum Beispiel haben wir im Laden einen Hinweis auf unsere Facebook-Seite hängen. Oder auf unseren Visitenkarten und in der E-Mail-Signatur steht die Adresse unserer Webseite. Man muss sich schon darum bemühen, dass die Kunden auch aufmerksam werden auf die Online-Angebote und klar formulieren, warum diese genutzt werden sollten – bei uns beispielsweise um über neue saisonale Produkte informiert zu werden. Von selbst passiert da nichts.
 
>> Und wie sieht es aus mit der Google-Suche?
 
<< Wir werde über Google gut gefunden, weil wir relevante und aktuelle Inhalte auf unserer Webseite stehen haben. Die Leute, die entsprechende Suchanfragen stellen, beispielsweise Konditor in Frankfurt, finden uns immer recht weit oben. Außerdem haben wir uns bei Google Places eingetragen.
 
>> Wie hoch schätzen Sie Ihren Zeitaufwand ein für die Pflege der Online-Präsenzen?
 
<< Der Zeitaufwand lässt sich ganz schlecht einschätzen, denn es läuft nebenher auf der Arbeit. Von einer Stunde in der Woche bis zu einer Stunde am Tag, es lässt sich schwer in ein Zeitfenster bringen. Wichtig ist, dass man als Unternehmer einen gewissen Automatismus entwickelt und die Kommunikation im Arbeitsalltag immer mitdenkt. Mir fällt dann während der Arbeit häufiger auf „ok, das wäre jetzt ein gutes Foto für Facebook“.
 
>> Sind die Fotos besonders wichtig?
 
<< Ja, die Fotos sind häufig unser eigentlicher Grund für eine Veröffentlichung. Ich fotografiere auch privat und habe gutes Equipment, mir macht das Spaß gute Fotos zu produzieren. Unsere Produkte sprechen dann über die Fotos für sich selbst. Sie sollen den Leuten Appetit machen. Die Fotos ergänzen wir dann durch kurze Produktbeschreibungen und das reicht dann meistens auch schon. Wer Produkte hat, die gut in Szene gesetzt werden müssen, der sollte durchaus in gute Fotos investieren.
 
>> Was mir auf Ihrer Facebook-Seite sehr positiv aufgefallen ist: Sie geben sich Mühe, Ihre Unternehmensgeschichte einzubinden und fangen da schon in den 1930ern an. Tradition und Facebook – passt das denn?
 
<< Das passt sehr gut, denn es ist unser Alleinstellungsmerkmal, gerade gegenüber den großen Ketten. Wir sind in Frankfurt eine Institution und unsere Unternehmensgeschichte gehört zu unserer Art zu arbeiten, wir benutzen noch Rezepte von damals. Und das versuchen wir in alle unseren öffentlichen Auftritten rüberzubringen, auch auf Facebook. Es gehört zu unserer Unternehmensidentität und wird von unseren Kunden auch bewusst so wahrgenommen. Es ist ein Wettbewerbsvorteil und den kommunizieren wir.
 
>> Mit so einer positiven Identität haben Sie wahrscheinlich auch keine Angst vor möglicher Kritik, gerade auf Facebook?
 
<< Unabhängig von meiner Konditorei – als Unternehmer darf man heutzutage keine Angst mehr haben vor Kritik. Denn die kommt, wenn sie den kommt, sowieso. Es gibt ja eine ganze Reihe an Bewertungsplattformen wie Qype oder Google Places. Dort findet Kritik dann unter Umständen unabhängig von einer eigenen Moderation statt. Da habe ich die Kritik lieber auf meiner Facebook-Seite, wo ich reagieren und moderieren kann. 
 
>> Wir haben jetzt viel über Online-Kommunikation gesprochen – gibt es denn sonst noch Werbe- oder Kommunikationsmaßnahmen die Sie einsetzen?
 
<< Die wichtigste Werbung für uns ist immer noch die Mund-zu-Mund-Empfehlung. Die Online-Kommunikation ist für uns eine Ergänzung, ein Werkzeug, um Kunden zu informieren und an uns zu binden und auch um deutschlandweit Neukunden anzusprechen, insbesondere Firmenkunden. Darüber hinaus investieren wir nicht in Werbemaßnahmen.
 
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